: Kartelle & Konsortien
■ Rüstungsfirmen sind schon lange europaweit vereint
Berlin (taz) — Auf dem Rüstungssektor ist die deutsch-französische Zusammenarbeit schon heute wahrhaft europäisch. Aber seit dem Ende der Ost-West-Konfrontation laufen die Geschäfte schlecht. Nur wenige Unternehmen haben bisher versucht, ihre Produktion auf zivile Güter umzustellen — die Strategie lautet rationalisieren und fusionieren.
Beispielhaft für die neuen Rüstungsallianzen ist die Hubschrauber-Holding Eurocopter S.A., eine Tochter der Daimler-Enkelin MBB und der französischen Aerospatiale. Beide haben außerdem ein Raketenkonsortium namens Euromissile gegründet, dabei ist auch der französische Konzern Thomson CSF: Thomsons Flugabwehrrakete VT-1 wird bei Euromissile gebaut, dafür verzichtet MBB auf den Roland-Nachfolger RM-5. Die MBB-Mutter Dasa wiederum würde gerne den französischen Ausrüster Matra schlucken.
Diese kartellähnlichen Zusammenschlüsse machen für die deutschen Waffenschmieden gleich zweifach Sinn: Milliardenschwere Förderprogramme für die Waffenentwicklung werden zumeist EG- weit vergeben. Und gemeinsam kann man dann die deutsche Waffenexportkontrolle umgehen: Die Deutschen liefern die Bausätze, die Partner montieren — und verkaufen dann englische oder französische Waffen in alle Welt. dri/es
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