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Kampagne für den Regenwald

■ „Primatenschutzgruppe“ aus Studenten der Freien Universität startet Kampagne zur Rettung der tropischen Regenwälder / Ausstellung, Vorträge, Unterrichtsmaterialen für Schulen und Geldsammelaktionen geplant

Studenten der Freien Universität (FU) unter Leitung von Professor Carsten Niemitz vom Institut Anthropologie und Humanbiologie, die sich unter dem Namen „Primatenschutzgruppe“ zusammengefunden haben, haben gestern bei einer Pressekonferenz in der Urania ihre Kampagne zum Schutz der tropischen Regenwälder vorgestellt.

Die Studenten wollen unter anderem Vorträge zum problematischen Zustand der Regenwälder anbieten. Auch Unterrichtsmaterialien zum Themenbereich Regenwald sollen erarbeitet und an Schulen weitergegeben werden. Ebenfalls für Schulen wurde das selbstverfaßte Hörspiel „Der König der Affen“ produziert und schon im November im Bürgerradio ausgestrahlt. Es wird über die Landesbildstelle vertrieben. Schließlich soll für den Lore-Lindu-Nationalpark auf Sulawesi/Indonesien unter anderem mit dem Verkauf von T -Shirts Geld gesammelt werden, um die Naturschutzarbeit dort zu sichern.

Knapp die Hälfte aller tropischen Regenwälder ist bereits vernichtet. Die Elfenbeinküste ist fast völlig entwaldet. Die Waldreserven der Malayischen Halbinsel sind, mit Ausnahme weniger Nationalparks, so gut wie erschöpft. Im Jahr 2000, schätzt Prof. Niemitz, dürfte Nigeria völlig kahlgeschlagen und der Regenwald im Kongobecken auf ein Drittel seines Bestandes zusammengeschrumpft sein. In dieser Situation haben sich Studenten des FU-Instituts entschlossen, auf die Gefahr aufmerksam zu machen.

Die von Niemitz geleitete Primatenschutzgruppe legte außerdem ein Zehn-Punkte-Programm zum Schutz des Regenwaldes vor. Kernsätze sind der Verzicht auf die Verwendung von Tropenhölzern, Hilfe für die wirtschaftliche Gesundung der Entwicklungsländer und ein Beitrag der Industriestaaten, beispielsweise mit der Produktion billiger Sonnenkollektoren, da der tropische Regenwald vor allem wegen des ständigen Energiemangels der Landbevölkerung verheizt werde.

Der Regenwald werde immer mehr feuergefährdet, sagte Niemitz, da nur noch Waldinseln bestehen, die von trockenen, besiedelten Zonen umgeben seien. Er sprach sich gegen die „selektive Nutzung“ des Tropenwaldes aus, da einerseits die breiten Abtransportwege für Edelholz zur Erosion des Waldbodens führen und andererseits diese Schneisen das „Einfallstor“ für Siedler seien.

Die Primatenschutzgruppe hat zudem eine Ausstellung zum Thema organisiert, die täglich von heute 19.00 Uhr an bis zum 27. April im Foyer der Urania besichtigt werden kann. Außerdem ist für den Juni die Herausgabe eines Buches geplant, in dem sich Wissenschaftler und Politiker mit der drohenden Zerstörung des Regenwaldes auseinandersetzen.

dpa

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