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■ KOMMENTARDenkmal an Boljahn

„König“ Richard Boljahn ist einer der Großen in der Geschichte der Bremer Nachkriegs-SPD. Seiner Politik und Durchsetzungsfähigkeit verdankt sie ihre großen Erfolge in den 50er und 60er Jahren, und da es dabei zu einem wichtigen Teil um Stadtentwicklung als Wohnungsbau geht, gehört für diese Zeit natürlich Boljahns „Neue Heimat“ zu der Bremer SPD dazu - untrennbar.

Daß er über den Baulandskandal gestürzt wurde, hat dazu geführt, daß er für viele zum no name wurde, auf privaten Empfängen der SPD immer dabei, aber eben nicht mehr vorzeigbar. Eigentlich sind genug Jahre ins Land gegangen, um derartige Emotionen beiseite schieben zu können. Aber wenn die SPD sich zu seinen Leistungen bekennen wollte, müßte sie einiges zu ihrer politischen Kultur dieser Jahre sagen. Hat die Bremer SPD ihr Erbe eigentlich aufgearbeitet? Gibt einen einzigen Aufsatz, der rückblickend die Pateigeschichte aufschrieb: über die internen Machtstrukturen, den Filz, die Aushebelung von demokratischen Verfahren durch die Machtfülle einzelner? Wird, wenn zur Eröffnung des Denkmals eine Rede gehalten wird, die Wahrheit gesagt oder nur schön dahergesalbadert?

Boljahn sprach nicht in Floskeln der Höflichkeit, sondern er liebte die klare Aussage und sprach auch harte Wahrheiten in voller Direktheit aus. Damit verschaffte er sich Respekt, auch das gehört zu dieser Generation von SPD-Größen.

Will die Bremer SPD ihn ehren, muß sie sich zu ihrer Geschichte bekennen. Klaus Wolschner