: K O M M E N T A R Armes West-Deutschland
■ SPD-Länder und IGM stimmen für Rüstungs-Lobby (S.18)
In der DDR zeigen Leute, die 40 Jahre Apparat-Erfahrung haben, wie schnell man lernen kann, wenn man muß. Im Westen gibt es dagegen nichts als selbstgefälliges Schulterklopfen. Während selbst für die kältesten Krieger die Rechtfertigung für die Nato in sich zusammenfällt, verhandeln hierzulande Gewerkschafter und Sozialdemokraten um Arbeitsplatz -Sicherheiten bei der Konstruktion des mächtigsten Rüstungskonzerns auf deutschem Boden nach dem Nationalsozialismus.
Keiner da, der „Halt“ ruft? In der DDR werden die Stasi -Leute in die Braunkohlenwerke geschickt und die Volksarmee hilft Demonstranten per Räuberleiter auf die Mauer. Die Industrie-Gewerkschaft Metall (West), die immer schon aktiv und kämpferisch für den Frieden war, schweigt verräterisch, sie mobilisiert nicht für Abrüstung (West). Im Gegenteil: Die absehbare Streichung des Jäger-90-Projektes erfüllt die Kollegen mit Sorge. Kein Moratorium für das Wahnsinns -Projekt, aus MBB und Daimler - ausgerechnet jetzt - eine gigantische Rüstungs-Lobby entstehen zu lassen. Am Freitag werden Sozialdemokraten und IG Metall-Vertreter dafür stimmen. Armes West-Deutschland - kein Volk lehrt sie Umdenken!
Klaus Wolschner
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen