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JuristInnen-Schwemme?

Hamburg (AP) – Obwohl die hiesige Justiz ständig wegen Überlastung usw. stöhnt, klagen Experten schon wieder über eine „JuristInnenschwemme“. Sie raten deshalb dringend vom Jurastudium ab. Der Arbeitsmarkt für JuristInnen sei im gesamten Bundesgebiet nahezu gesättigt, sagte der baden- württembergische Justizminister Thomas Schäuble (CDU) der Welt am Sonntag. Sowohl im öffentlichen Dienst als auch in der freien Wirtschaft gehe der Abbau von Arbeitsplätzen für JuristInnen weiter. Nach Einschätzung der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in Frankfurt wird die Stellenknappheit noch Jahre andauern. Nach Angaben der ZAV geht die leicht zunehmende Akademikernachfrage von Wirtschaftsunternehmen an den Rechtswissenschaftlern offenbar vorbei. Er verwies auf jüngste Untersuchungen von Stellenangeboten in großen deutschen Zeitungen, wonach im ersten Quartal 1995 bundesweit 5.200 Wirtschaftswissenschaftler, aber nur 650 Juristen gesucht worden seien.

Wie die Welt am Sonntag weiter berichtet, sind gegenwärtig an den juristischen Fakultäten rund 96.000 Studenten eingeschrieben; davon habe jeder sechste mindestens 14 Semester hinter sich. 10.000 Studienabgängern im Jahr stünden 15.000 Neueinschreibungen gegenüber. Ohne die seit zwei Jahren geltende Zulassungsbeschränkung wären es sogar 20.000 Anfänger. Zugleich verschärfe sich der Konkurrenzkampf zwischen den freien Anwälten. Deren Zahl werde sich nach Schätzungen des deutschen Anwaltsvereins in den kommenden fünf Jahren von jetzt 75.000 auf 100.000 erhöhen. Schon jetzt lebe eine wachsende Zahl freier Anwälte am Rande des Existenzminimums.

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