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Jugendlicher in Osttimor bei Unruhen erschossen

■ Proindonesische Jugendliche stoßen mit Anhängern der Unabhängigkeit zusammen

Jakarta (dpa) – Bei Zusammenstößen zwischen pro- und antiindonesischen Gruppen in Ost-Timor ist ein Jugendlicher erschossen worden. Nach indonesischen Fernsehberichten von gestern starb der 18jährige Oberschüler bereits am Montag bei Unruhen außerhalb der Hauptstadt Dili.

Der Jugendliche stand auf der Seite der Demonstranten, die für eine weitere Zugehörigkeit Ost- Timors zu Indonesien eintreten. Die Mehrheit der Inselbevölkerung strebt die Unabhängigkeit an. Indonesien hatte die Inselhälfte, die früher portugiesische Kolonie war, 1975 besetzt und wenig später als 27. Provinz annektiert.

Auch in der Industriestadt Surabaya kam es gestern erneut zu Unruhen. Das Militär feuerte Warnschüsse auf mehrere tausend Arbeiter, die für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen demonstrierten. Fünf Personen wurden festgenommen.

Erst kürzlich hatte die indonesische Regierung signalisiert, daß sie sich eine Autonomie Ost-Timors vorstellen könne. Für den 7. Juni sind erstmals nach über 40 Jahren Diktatur demokratische Wahlen in dem Land angesetzt. Unterdessen hat Präsident Bacharuddin Jusuf Habibie, Nachfolger des gestürzten Suharto, gegenüber dem Handelsblatt seine Bereitschaft zu einer erneuten Kandidatur für das Amt des Staatschefs erklärt.

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