■ El Salvador: Jesuiten-Mörder aus der Haft entlassen
San Salvador (epd) – In El Salvador sind am Donnerstag zwei wegen der Morde an sechs Jesuiten und zwei Frauen zu 30 Jahren Haft verurteilte Offiziere freigelassen worden. Oberst Guillermo Benavides und Leutnant Yusshy Mendoza seien gemäß dem vor zwei Wochen vom Parlament beschlossenen Amnestiegesetz für Bürgerkriegsverbrechen auf richterliche Anordnung hin freigekommen, sagte Benavides Anwalt Carlos Mendez in der Hauptstadt San Salvador. Benavides und Mendoza waren 1991 von einem Gericht für schuldig befunden worden, im November 1989 sechs Jesuiten-Patres, ihre Haushälterin und deren Tochter auf dem Gelände der Zentralamerikanischen Universität in San Salvador ermordet zu haben. Ein Justizsprecher erklärte, die Freilassung der Offiziere sei die „logische Konsequenz“ des am 1. April in Kraft getretenen Amnestiegesetzes für alle während des zwölfjährigen Bürgerkrieges begangenen Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen. Menschenrechtsorganisationen und die in eine Partei umgewandelte FMLN übten heftige Kritik an der Freilassung der beiden Offiziere. Dadurch würden „kaum vernarbte Wunden wieder neu aufgerissen“, sagte FMLN- Wahlkampf-Koordinator Gerson Martinez.
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