: Jelzin beugt sich dem Parlament
Moskau (ap) — Der russische Präsident Boris Jelzin hat sich gestern seinem Parlament gebeugt, das sein Dekret zur Verhängung des Ausnahmezustandes über die abtrünnige Tschetscheno-Inguschische Autonome Republik am Vortag praktisch annulliert hatte. Jelzins Pressesekretär Pawel Woschtschanow sagte nach einer Meldung der Nachrichtenagentur 'TASS‘, der Präsident habe zu keiner Zeit eine Lösung um jeden Preis, sondern nur auf politischem Weg durch Verhandlungen befürwortet. Er werde alles tun, um den Beschluß des Obersten Sowjets zu verwirklichen.
Zu dem Beschluß gehört, daß eine russische Delegation mit allen politischen Kräften in Tschetscheno-Inguschetien Gespräche über die Beilegung des Konflikts führen soll. Jelzin und das Präsidium des russischen Obersten Sowjets waren zugleich aber auch aufgefordert worden, Maßnahmen zur Stabilisierung der Lage in der Russischen Föderation (RSFSR) zu ergreifen, ihre territoriale Integrität zu sichern, die föderativen Beziehungen innerhalb der RSFSR zu normalisieren und die Interessen aller Völker zu sichern.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen