James Bonds neue Wunderwaffe: Boring Bond
Nach dem offiziellen Song sind im dazugehörigen Video auch erste Bilder des neuen Bond-Films erschienen. Laaangweilig!
James Bond. Quietschende Autos, hechelnder Atem, Herzrhythmen auf Speed. Tief im Kinosessel vergraben, die Hand selbstvergessen im Popcorn, leicht herunterhängende Kinnlade. Eine Welt in der alles möglich ist, außer: Langeweile.
Warum, oh warum, wird dann das neue Epos im Musikvideo zum offiziellen Bondsong Writing‘s On The Wall des britischen Goldkelchen Sam Smith so unfassbar langweilig angepriesen? Grauer Beton, rauchiges Licht. Durch ein ödes Treppenhaus und einen ewigen Säulengang wird der Zuschauer geleitet, um dann nebst Sänger auf den Stufen eines Gebäudevorplatzes zu landen. Akustisch verstören dabei die viel zu lang gezogenen Klagelaute Smiths, die nicht nur ob ihrer extremen Höhe irritieren, sondern auch, weil der 23-jährige Sänger gruseligerweise wie Materia aussieht.
Überall auf der Welt versenken sich gerade aufgeregte Blicke voll Vorfreude in das Video. Liefert es uns doch neben den Einstellungen mit Smith auch erste Bilder aus dem bald startenden Bond-Film „Spectre“. Doch vermitteln die uns eher das wohlige Gefühl einer tristen Discounter-Tiefgarage als uns in die spannende Welt der Geheimagenten zu entführen.
Viel zu soft und in Zeitlupe gehalten sind die in den Musikclip montierten Spielfilm-Szenen, die einen doch eigentlich aus dem Halbschlaf herausreißen sollen, in den uns der Sänger hineingesäuselt hat. Doch bei den Szenen des neuesten 007 steht einem der „Boreout“ bevor. Der vom Gähnen aufgerissene Schlund könnte kaum größer sein, wenn man Bond beobachtet, wie er in sepia-getönten Sälen Frauen vor Spiegeln vernascht, oder in sepia-getünchten Räumen parliert.
Vielleicht ist diese Art aber auch nur Bonds neueste Geheimwaffe aus dem Labor von Q: das Schurken-zu-Tode-langweilen.
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