Jahrestag 7. Oktober in Berlin: Gedenken, Gebete, Demonstrationen
Zum 3. Jahrestag des Angriffs der Hamas auf Israel gibt es in Berlin viele Veranstaltungen. Die Demo „Down with Colonialism“ wurde von der Polizei verlegt.
Foto: Soeren Stache/dpa
dpa/taz | Mit mehreren Gedenkveranstaltungen und einem Gottesdienst wird auch in Berlin am Mittwoch an den Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel vor drei Jahren erinnert. Beim zentralen Gedenken sprechen am Nachmittag des Jahrestages (15.00 Uhr) der israelische Botschafter Ron Prosor und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) auf dem Bebelplatz an der Humboldt-Universität.
Am Abend ist ein religionsübergreifender Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz nahe dem Ku'damm geplant. Gestaltet wird er vom evangelischen Bischof Christian Stäblein, dem katholischen Erzbischof Heiner Koch und dem jüdischen Rabbiner Andreas Nachama. Auf das Brandenburger Tor wird anlässlich des dritten Jahrestages vom Abend bis Mitternacht die Fahne Israels projiziert.
Außerdem gibt es den ganzen Tag lang zahlreiche weitere kleinere Gedenkveranstaltungen: ein Gebet in der zentralen Synagoge der Jüdischen Gemeinde, eine Installation der Jüdischen Studierendenunion am Pariser Platz, ein Gedenken der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Steglitz-Zehlendorf und ein stilles Erinnern des Bezirksamtes Lichtenberg.
Distanzierung von Gewaltaufrufen
Angekündigt sind auch zwei propalästinensische Veranstaltungen, die sich gegen den Krieg Israels in Gaza mit Tausenden Toten richten. Am Nachmittag (16.00) soll in Mitte nahe dem Checkpoint Charlie eine Demonstration mit dem Titel „Drei Jahre Völkermord. Stoppt den Gaza Genozid. Stoppt den Krieg“ stattfinden.
Abends ab 18.00 Uhr wollen zudem Demonstranten unter dem Titel „Down with Colonialism“ (deutsch: nieder mit Kolonisation) vom Oranienplatz in Kreuzberg zum Hermannplatz in Neukölln ziehen. Angemeldet sind 150 Teilnehmer. Ursprünglich sollte der Startpunkt des Protestzugs am Schlesischen Tor sein. Die Polizei ordnete jedoch eine Verlegung zum Oranienplatz an, um eine örtliche Distanz zu möglichen Teilnehmern herzustellen, wie ein Polizeisprecher sagte.
Der Tagespiegel berichtet, dass der Anmelder dieser Demo, der auch die „Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration“ anmelde, laut Polizei die Verlegung der Demo als Distanzierung von anderen Demoaufrufen im Netz betrachtet.
Zu der Demo kursieren im Internet seit Tagen Aufrufe, die der Gewalt der Hamas huldigen. Die Polizei ermittelt deswegen. Der Terrorangriff der islamistischen Hamas wird dort als „Leuchtfeuer der Standhaftigkeit“ bezeichnet. Abgebildet ist dazu eine Planierraupe, die einen Zaun und Stacheldraht durchbricht. Mit solchen Planierraupen fuhren die Terroristen am 7. Oktober 2023 aus Gaza durch den Grenzzaun auf israelisches Gebiet, um dort die Massaker an Bewohnern und anderen Menschen zu verüben.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert