: Jahresrückblick Film von: Thomas Abeltshauser
Thomas Abeltshauser taz-Autor
„The Secret Agent“. Wie Kleber Mendonça Filho in seinem Politthriller über die Paranoia während Brasiliens Militärdiktatur Genres und Tonlagen zum atmosphärischen Fiebertraum mischt, fasziniert auch beim dritten Kinobesuch.
„Das deutsche Volk“. Präzise und empathisch stellt Marcin Wierzchowski die Angehörigen und Überlebenden des rassistischen Anschlags von Hanau in den Fokus. Und die beschämende Hilflosigkeit der Behörden, ihnen beizustehen.
„I Love LA“. Von allen Cringe-Comedys über verstrahlte Gen-Z-Gören und ihr Alltagschaos ist die von und mit Rachel Sennott mit Abstand die beste, weil der Witz – präzise gesetzt – wie beiläufig entsteht.
„The Shrouds“. David Cronenbergs jüngstes Werk, eine dystopische Totenbeschwörung nach dem Verlust seiner Ehefrau, war selbst Bodyhorrorfans zu düster und kam nie ins Kino. Zum Glück gibt es die Criterion Collection.
Rosalía: „Lux“. 60 Minuten Glücksgefühle zwischen Flamenco, Pop und Barock. Die schillernde Wunderkur gegen den Herbstblues. Und auf Dauerschleife beim Frühstück, im Bett, wie beim Lauf durch Wald und Wiesen.
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