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Island haut der EG auf die Flossen

■ Rückzug aus den EWR-Verhandlungen/ Kommission wollte an den Kabeljau

Brüssel (taz/afp) — Knapp ein Jahr nach ihrem Beginn haben die zähen Verhandlungen zwischen EG und Efta-Ländern über die Schaffung eines Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) zu einem ersten Ergebnis geführt: In „stummen Protest“ hat sich Island bis auf weiteres daraus zurückgezogen. Anlaß ist das unmäßige Verlangen der EG, in der Baltischen See und im Nordatlantik nach jährlich 30.000 Tonnen Kabeljau zu fischen. Nur wenn Island seine Fischgründe öffnet, will die EG ihrerseits ihre Einfuhrzölle für isländische Produkte senken. Vor den Folgen einer Öffnung der Fischgründe zugunsten der EG hatte das Nationale Wirtschaftsinstitut (NEI) in Reikjavik bereits vor Wochen gewarnt. Island könne dabei nur den kürzeren ziehen, schließlich handele es sich um seinen „wertvollsten nationalen Rohstoff“. Und die isländische Regierung verweist auf die sensible Ökonomie des Landes — immerhin hängen 80 Prozent seiner Exportwirtschaft vom Fisch ab.

Bei den Efta-Ländern (außer Island gehören dazu Norwegen, Schweden, Finnland, Österreich, Liechtenstein und die Schweiz) stößt der isländische Rückzug auf viel Verständnis — ganz besonders bei der Regierung in Oslo, die ebenfalls um ihre Fischgründe fürchten muß. Die meisten Efta-Mitglieder haben sich angesichts des absehbaren Scheiterns der EWR-Verhandlungen ohnehin darauf besonnen, eher eine Direktmitgliedschaft ihres Landes bei der EG anzustreben.

Über die Verhandlungstaktik der mächtigen EG sind sie dennoch einhellig empört. Klagt Manfred Scheich, österreichischer Botschafter und derzeit Efta-Verhandlungsführer: „Schließlich fordert die Efta in den EWR-Verhandlungen ja auch keinen Zugang zum britischen Nordsee-Öl.“ dora

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