Interview: Jürgen Knaack: „Unweigerlich Stau“
■ Der Chef der Verkehrsstaffel-West über Verkehrsprobleme beim Stones-Konzert
taz: Am Sonntag spielen die Rolling Stones in Hamburg. Erfahrungsgemäß rollt der wahre Fan im Auto zum Konzert. Wo werden Sie die 90.000 erwarteten Besucher parken?
Jürgen Knaack: Das wollen wir nicht. Wir appellieren intensivst an die Besucher, aus Hamburg und dem Umland, auf das eigene Auto zu verzichten.
Ihr Appell dürfte die Fans genauso beeindrucken wie das Verbot, Bier ins Konzert zu schmuggeln.
Veranstalter und HVV richten vier kostenlose Shuttle-Linien ein. Mit der Konzert-Karte lassen sich alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.
Bei anderen Großevents auf der Trabrennbahn mit höchstens 30.000 Gästen war in der Vergangenheit der Stau noch zwei Stunden nach Veranstaltungsende bis zur Stresemannstraße gewiß. Bei den Stones wird mit dreimal so vielen Besuchern gerechnet.
Es wird unweigerlich zu Staubildungen kommen. Bei der großen Besucherzahl können wir einen reibungslosen Ablauf nicht gewährleisten.
Und was ist mit den Anwohnern?
Wir werden die Straßen in den reinen Wohngebieten an der Luruper Chaussee und in der Steenkampsiedlung für Nicht-Anwohner sperren. Auch auf den Shuttle-Strecken wird kein normaler Verkehr möglich sein. An der Stresemannstraße aber rechnen wir nicht mit größeren Behinderungen.
Bei den HEW-Cyclassics oder beim Schlager-Move mit 150.000 Teilnehmern waren die Straßen selbst für Anwohner gesperrt. Warum zwingen Sie nicht die Stones-Besucher, an der Stadtgrenze auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen?
Das halte ich für eine überzogene Maßnahme. So weit entfernt vom Veranstaltungsort kann man nicht unterscheiden zwischen Veranstaltungsbesuchern und Anwohnern.
Was ist der Unterschied zum Schlager-Move?
Der Unterschied ist der, daß das, was Sie fordern, nicht darstellbar ist.
Fragen: Heike Haarhoff
Siehe auch Bericht Seite 23
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