: In nackter Not brauchen Freunde Hilfe
■ Die Partnerstädte von Bremen und Oldenburg in Nicaragua sind vom Hurrikan verheert / Spendenaufruf der Scherfs
Fast die Hälfte von San Francisco Libre ist im Managua-See versunken. Von 35 Dörfern der Gemeinde sind acht völlig zerstört. Oldenburgs Partnergemeinde San Francisco liegt in den am schwersten vom Hurrikan verwüsteten Gebieten Nicaraguas und ist nur mit Booten zu erreichen. Auch Bremens Partnerstadt Corinto (28.000 Einwohner) am pazifischen Ozean war nach dem Hurrikan fünf Tage lang abgeschnitten. In beiden Orten ist es unmöglich, die Zahl der Todesopfer zu präzisieren.
2.400 Tote wurden bis gestern Nachmittag aus dem ganzen Land bestätigt. Für das noch schwerer getroffene Honduras sprachen örtliche Zeitungen in ihren Internet-Ausgaben am Donnerstag von 6.400 Todesopfern. Insgesamt wird die Zahl der Unwetter-Opfer in Zentralamerika auf mindestens 10.000 geschätzt, 14.000 Menschen werden noch vermißt.
Erst Tage nach der Katastrophe sind per Fax und e-mail erste Berichte aus den Partnerstädten nach Bremen und Oldenburg durchgedrungen. Was kommt, sind Hilferufe: Es gibt keine Medikamente, kein Trinkwasser und kaum noch Essen, heißt es aus Corinto, seit 1989 Bremens Partnerstadt. Aus San Francisco wird berichtet, es gebe noch eine saubere Quelle in der Nähe. Nahrungsmittel seien extrem knapp, für die Flüchtlinge habe der Bürgermeister eine Mahlzeit pro Tag ausgegeben. Auch die Einwohner brauchen Nahrung.
Beim Nicaragua-Verein Oldenburg ist eine genaue Aufstellung der benötigten Hilfe für rund 500 Kinder und 1.000 Erwachsene eingegangen: Benzin für Generatoren und Bootsmotoren, Medizin, Kerosin zum Kochen, Streichhölzer, Salz zum Konservieren geschlachteter Tiere, Milchpulver, Plastiktüten, Bohnen, Reis, Zucker...
Bürgermeister Henning Scherf bittet um Spenden für Corinto. Das Geld wird an Padre José Schendel in der Nachbargemeinde El Realejo und an das örtliche Nothilfekommitee weitergeleitet. Luise Scherf bittet um Hilfe für ihre in persönlichem Engagement betriebenen Grundschulprojekte in der Haupstadt Managua. Die Slumviertel am See sind völlig zerstört, die Menschen in eine Kirche geflüchtet. jof
Spendenkonten: Bremer Landesbank, Konto Nr. 107 011 5000, BLZ 290 500 00, Stichwort Corinto/Realejo „5811 / 02060-7“
Luise Scherf, Sparkasse Bremen, Konto Nr. 107 944 69, BLZ 290 501 01, Stichwort: Managua
Nicaragua-Verein Oldenburg,
Sparda Bank, Stichwort San Francisco, Konto Nr. 783 765, BLZ 400 60 560
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