Impftempo in Deutschland: Impfungen für alle rücken näher

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen wächst weiter, aber das Impftempo bleibt hoch. Im Juni sollten auch Menschen ohne Priorität dran sein.

Ein Mann und eine Frau sitzen in einem Zelt mit vielen leeren Stühlen

Hier dürfte es demnächst voller werden: Wartebereich des Impfzentrums des Landkreises Augsburg Foto: Daniel Biskup

Es sind gemischte Nachrichten, mit denen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI) Lars Schaade und Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Insituts (PEI), am Freitag vor die Presse treten. Einerseits ist die Corona-Infektionslage weiter ernst, andererseits gibt es beim Impfen Fortschritte.

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen liegt mit im Schnitt knapp 21.000 Neuinfektionen pro Tag auf einem hohen Niveau, und sie steigt weiterhin an – allerdings mit deutlich niedrigerem Tempo als vor den Osterferien und als zuvor vom RKI prognostiziert. Das liegt nach Einschätzung von RKI-Vizepräsident Schaade zum einen daran, dass einige Bundesländer die Maßnahmen bereits verschärft haben. Zudem spiele eine Rolle, „dass Schulen und Betriebe über Ostern geschlossen waren und die Mobilität geringer war“.

Auch die Zahl der Corona-Patient*innen auf Intensivstationen steigt weiter auf zuletzt 5.054. Das sind 6,6 Prozent mehr als eine Woche zuvor. Auch hier hat sich der Anstieg also verlangsamt, aber die Situation verschärft sich trotzdem weiter. Regional komme es dadurch bereits zu Engpässen, warnte Spahn. Die Zahl der täglich gemeldeten Coronatoten, die vor Ostern lange gefallen war, ist ebenfalls wieder angestiegen und liegt mit rund 220 Toten pro Tag aktuell 32 Prozent höher als noch vor drei Wochen.

Positive Nachrichten gibt es dagegen von den Impfungen gegen das Coronavirus: Die Zahl der täglich verabreichten Dosen lag im Wochenmittel zuletzt bei knapp 500.000 pro Tag – und damit mehr als doppelt so hoch wie vor einem Monat. Insgesamt sind inzwischen 22,5 Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft worden.

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Spahn warnt vor überzogenen Erwartungen

Und in den nächsten Wochen soll das Tempo weiter steigen, denn die Liefermengen des Biontech-Impfstoffs werden zunehmen, und zusätzlich kann in Kürze das Vakzin von Johnson & Johnson genutzt werden: Nachdem die Auslieferung in der EU aufgrund von Thrombosefällen in den USA kurzzeitig gestoppt worden war, hat die Europäische Arnzeimittelagentur J & J nun für alle Altersgruppen ohne Einschränkung empfohlen. Der Impfstoff sei „wirksam und sicher“, sagte PEI-Präsident Cichutek. Die Melderaten zu gefährlichen Thrombosen seien noch geringer als bei AstraZeneca.

Die Menschen der zweiten Prioritätsstufe der Impfverordnung sollten noch im April ihre erste Impfung erhalten können, sagte Spahn. Im Mai könnte die dritte Gruppe drankommen. Anschließend sei dann damit zu rechnen, dass auch Menschen, die keine besondere Priorität genießen, Termine ausmachen können. „Im Verlauf des Juni“ werde die Priorisierung voraussichtlich aufgehoben werden können, so der Gesundheitsminister. Zugleich warnte er vor überzogenen Erwartungen: „Das heißt aber nicht, dass wir dann im Juni schon alle impfen können.“ Das werde erst im Lauf des Sommers der Fall sein.

In mehreren Bundesländern können schon jetzt alle Menschen unabhängig von einer Priorisierung Impftermine ausmachen: In Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen kann der Impfstoff von AstraZeneca ab sofort an alle verimpft werden. Menschen unter 60 müssen sich zuvor von Arzt oder Ärztin über die Risiken aufklären lassen.

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