carlier | gebauer, Berlin: Im Kreislauf des Wassers mit Laure Prouvost
Ihr Werk zeichnet sich durch wortspielerische Videokunst aus, textile Rauminstallationen und den furchtlosen Einsatz malerischer Elemente. Laure Prouvost ist aber vor allem eins: eine Künstlerin des Wassers. Denn ihre Bilder „schwitzen“, wie sie es einmal in einer Videoarbeit nannte. Was wiederum daran erinnert, dass wir beim Schwimmen schwitzen und so einen Teil der Flüssigkeiten, die unseren Körper durchlaufen haben, zurück in den Wasserkreislauf geben, diesem Netzwerk planetarischen Ausmaßes, das uns alle über Zeitschichten und räumliche Distanzen hinweg verbindet. Auf eine gut einjährige Reise entlang von Flussarmen und Küstenfelsen begab sich auch Prouvost 2018 mit ihrer Crew. Sie filmte den Weg von Südfrankreich zur Stadt des Wassers und bewässerte damit den Französischen Pavillon auf der diesjährigen Venedig Biennale: der Gang durch verschmutze Weltmeere führte in eine Neptunhöhle voll tropfender Grotten und Begegnungen mit flüsternden Textblöcken, die wie Personen agieren und auf die Besucher_innen einwirken. Die Galerie carlier | gebauer dient Prouvost und ihren Begleiter_innen nun als Ruheort nach dieser Reise. Wobei man auch selbst erst einmal eine Anstrengung unternehmen muss und die steile Rampe überwinden, die den Raum hinter sich verborgen hält. Hier setzten die eigenständigen Texte ihre säuselnde Ansprache fort: „your hands melting into the floor // your feet in the water // your head levitating above the bed“. Die Tänzer aus Venedig bewegen sich in Videos weiter, und selbst die Lücken zwischen den Wänden werden von Wasser umspült. Tatsächlich steht da auch ein Bett in der Mitte, von einem digitalen Meer bespielt – wer möchte hier nicht immer tiefer einsinken. nym
Bis 9. 11., Di.–Sa. 11–18 Uhr, Markgrafenstr. 67
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