: IBM darf Konti-Schicht fahren
■ Regierungspräsidium Stuttgart hat keine rechtlichen Einwände / IG Metall kritisiert Entscheidung
Stuttgart (ap) - Das Stuttgarter Regierungspräsidium hat dem Computerhersteller IBM endgültig grünes Licht für die Einführung von Sonntagsarbeit bei der Produktion von Ein -Megabit-Chips gegeben. Regierungspräsident Manfred Bulling sagte am Montag, die sogenannte Konti-Schicht rund um die Uhr sei von seinem Haus als höherer Gewerbeaufsichtsbehörde rechtlich nicht zu beanstanden. Die 400 von der Regelung betroffenen Mitarbeiter des IBM-Werkes Böblingen-Hulb würden nach einem vom Regierungspräsidium geforderten Fünf -Schichten-Modell eingesetzt. Danach dürfe höchstens an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen gearbeitet werden. Hohe kirchliche Feiertage und auch der 1. Mai seien arbeitsfrei.
Die IG Metall kritisierte Bullings Entscheidung. Der Regierungspräsident habe die Möglichkeit vertan, die Sonntagsruhe in der Produktion zu sichern, sagte der Erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft in Stuttgart, Ludwig Kemeth. Die IG Metall halte den Bescheid des Regierungspräsidiums auf der Basis der Gewerbeordnung für rechtswidrig. Die Sonntagsruhe sei verfassungsmäßig garantiert. Kemeth wies auch auf die Klage der IG Metall beim Arbeitsgericht Stuttgart hin. Die Gewerkschaft will damit erreichen, daß der Verband der Metallindustrie auf sein Mitglied IBM einwirken und zur Einhaltung des tarifvertraglichen Verbots der Sonntagsarbeit anhalten muß.
Bereits im April hatte das Regierungspräsidium der Firma IBM die Genehmigung zur vorläufigen und zeitlich befristeten Duldung von Sonntagsarbeit erteilt. Allerdings wurde ein Vergleich der Produktionsergebnisse eines Monats ohne und eines Monats mit Sonntagsarbeit zur Auflage gemacht.
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