: Holzmänner sollen Hoffnung behalten
Zwölf Monate lang Qualifizierung bei 80 Prozent des bisherigen Einkommens
Berlin (AP/AFP) – Mehr als 1.100 Holzmann-Arbeitnehmer sind aus dem Konzern in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft gewechselt. Wie die Philipp Holzmann AG gestern in Frankfurt am Main mitteilte, wurden bisher etwa 1.700 Mitarbeiter auf einen Wechsel in die Gesellschaft mit dem Namen Mypegasus angesprochen. Allerdings hätten erst zwei Drittel das auf ein Jahr angelegte Angebot angenommen. „Sie erhalten während der Beschäftigungs- und Qualifizierungsphase 80 Prozent ihres bisherigen Einkommens sowie ihre bisherigen tariflichen Leistungen“, hieß es in der Mitteilung weiter. Wenn sie danach keinen neuen Job finden, bleibt ihnen allerdings nur der Weg zum Arbeitsamt.
Den Mitarbeitern soll durch den Übergang in die Beschäftigungsgesellschaft die Rückkehr in den Arbeitsmarkt erleichtert werden. Sie sollen bei Mypegasus bis zu 12 Monate beschäftigt oder umgeschult werden. Schwerbehinderte Mitarbeiter können 15 Monate und Mitarbeiter im Alter von 56 bis 59 Jahren 18 Monate bei der Gesellschaft verbleiben. Alle entlassenen Beschäftigten erhalten Abfindungen, die sich im Durchschnitt auf drei Brutto-Monatsgehälter belaufen.
Der Präsident des Landesarbeitsamts Hessen, Wilhelm Senckler, betonte, er ziele auf eine zügige Weitervermittlung aller ausgeschiedenen Arbeitnehmer in neue Beschäftigungsverhältnisse ab. Bereits am Mittwoch sei der Beirat der Beschäftigungsgesellschaft zusammen getroffen, um die nächsten Schritte der Betreuung und Qualifizierung der betroffenen Holzmann-Arbeitnehmer zu beraten. Dem Beirat gehören neben Schickler Vertreter des Konzerns, der Gesamtbetriebsräte und der IG BAU an.
Neben den 1.700 entlassenen Mitarbeitern scheiden nach Angaben einer Konzernsprecherin weitere knapp 1.000 Arbeitnehmer aus. Sie gingen in den Ruhestand, hätten selbst gekündigt oder gehörten Abteilungen an, die verkauft oder ausgegliedert würden. Der Konzern will im Rahmen der Sanierung nach eigenen Angaben rund 3.000 Arbeitsplätze abbauen.
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