: Holocaust-Konferenz will Erinnerung wachhalten
Elie Wiesel: Ich reise nicht nach Österreich, wenn Haider mitregiert
Stockholm (dpa/taz) – Die internationale Holocaust-Konfererenz begann gestern in Stockholm mit Mahnungen zur fortgesetzten Erinnerung an die Vernichtung der europäischen Juden und anderer verfolgter Gruppen. Der schwedische Ministerpräsident Göran Persson sagte, das Vergessen des Holocaust wäre „Verrat an denen, die starben, und denen, die überlebten“. Sein Land habe während der Zeit der Verfolgung versagt. „Die moralische und politische Verantwortung für das, was wir getan und unterlassen haben, wird immer bei uns bleiben“, betonte er.
Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte: „Einen Schlussstrich unter die deutsche Geschichte kann niemand ziehen, und die Mehrheit der Deutschen will das auch nicht.“ Schröder rief zu mehr Zusammenarbeit gegen „Hasspropaganda und Gewaltverherrlichung“ auf.
Der US-Publizist und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel sagte, die schwedische Initiative sei ein Vorbild für zahlreiche andere Länder. Wiesel, der als junger Mann Häftling im deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau war, nannte die Erinnerung an die Vernichtung der Juden eine „weiter endlose Reihe von Fragen, die beantwortet werden müssen“. Wiesel schlug ein jährliches „Forum zur Menschlichkeit“ in Stockholm vor.
Unmittelbar vor dem Konferenzauftakt hatte der israelische Ministerpräsident Ehud Barak den möglichen Regierungseintritt der Partei des österreichischen rechten Politikers Jörg Haider als „höchst beunruhigend für jeden einzelnen Juden auf der Welt“ bezeichnet. Wiesel erklärte, er werde für diesen Fall eine geplante Reise nach Österreich auf Einladung des noch amtierenden sozialdemokratischen Kanzlers Viktor Klima wohl nicht antreten. Klima und Barak wollten am Abend in Stockholm zusammentreffen.
Das Holocaust-Konferenz mit 20 Staats- und Regierungschefs und insgesamt 47 Regierungsdelegationen soll drei Tage dauern.
Umverteilung gegen rechts
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