piwik no script img

High-Tech-City-Klo verdrängt Schwulencafé „Achteck“

Vor dem Rathaus des östlichen Stadtbezirks Friedrichshain wurde die „erste automatische Toilette Berlins“ eingeweiht. Von einem Mikroprozessor gesteuert öffnet sich die Tür, gleichzeitig werden Beleuchtung, Belüftung und Musik eingeschaltet. Ist das Geschäft erledigt, reinigt und desinfiziert sich das postmodern gestylte „Stadtmöbel“ selbst. Die Aufstellerfirma finanziert die „City-Toiletten“ mit der Vermietung von Werbeflächen und plant für das kommende Jahr die Ausbreitung auf das gesamte Stadtgebiet. Doch längst nicht alle sind begeistert vom High-Tech-Klo: Während die liebevoll „Café Achteck“ genannten Pissoirs aus der Gründerzeit Gelegenheit für Lust und Liebe boten, seien „diese Toiletten zur Befriedigung unserer Bedürfnisse nicht geeignet“, klagte der schwule Bezirksabgeordnete Mirko Adam (CDU). In autonomen Kreisen denke man unter dem Motto „Wir lassen uns nicht die letzten schwulen Freiräume vom Staat rauben“ bereits an die Besetzung alter WC-Häuschen. (Foto: S. Steinach)

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen