■ Heute vor fünf Jahren: Ende der Diktatur
Die Ceaușescu- treuen Einheiten der Securitate setzen ihren grausamen Kampf gegen die rumänische Bevölkerung fort. Sie verschanzen sich auf Balkonen und Hausdächern und schießen wahllos um sich. Dabei werden sie von syrischen und libyschen Söldnern unterstützt. Außerhalb Bukarests geraten die Ceaușescu-Anhänger aber zunehmend in Bedrängnis. Die 70.000 Securitate-Männer sehen sich 170.000 Armeesoldaten gegenüber. In Temesvar finden die vorrückenden Armeeinheiten versengte Leichen, deren Körper zum Teil grausam verstümmelt sind. Laut Agenturberichten hat die Securitate hier rund 12.000 Menschen umgebracht. Unter den Toten befinden sich auch 45 Kinder, die nach dem Besuch eines Puppentheaters von Ceaușescus Schergen erschossen worden waren. Am Weihnachtstag rächt sich die Armee für die Grausamkeiten des Diktators: Ceaușescu und seine Frau Elena werden von einem Militärgericht zum Tod verurteilt und hingerichtet. Der Conducator hatte seine Macht während 24 Jahren zu einer Diktatur ausgebaut und sich in einem unvergleichlichen Personenkult feiern lassen. Er hinterläßt ein wirtschaftlich ruiniertes und politisch isoliertes Land.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen