piwik no script img

Herr "Hilsen"

■ Betr.: "Kein kleiner Unterschied im Paß", taz vom 6.9.89

betr.: „Kein kleiner Unterschied im Paß“, taz vom 6.9.89

Zumindest in meiner kleinen Gemeinde gibt es durchaus den kleinen Unterschied im Paß: Wenn „der Inhaber“, nachdem sie von der Standesbeamtin feierlich zur „Frau“ erklärt worden ist, ihren Namen ändern lassen muß, um ihrer eigentlichen Bestimmung als Ehe(frau) gerecht zu werden. Dann steht in ihrem Paß der amtliche Vermerk: „Die Paßinhaberin hat... mit ihrem Ehenamen unterzeichnet.“

Dieser kleine Unterschied war dem Paßbeamten in meinem Fall so hochnotpeinlich, daß er nicht umhin konnte, vor meinen neuen Namen handschriftlich den Zusatz „Herr“ zu setzen und den Familiennamen in Anführungszeichen zu setzen.

Im übrigen halte ich nicht diese Feinheiten des Ausweises, sondern den Ausweis selber für frauenfeindlich, schließlich dient er auch dazu die Frauenbewegung im (Staats)blick zu behalten.

Karsten, Scharnebeck

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen