: Harte Töne zu Kaschmir
■ Indiens Premier bekräftigt Anspruch
Neu-Delhi (AFP) – Indiens Premierminister Narasimha Rao hat Ansprüche auf die gesamte Region Kaschmir erhoben, die derzeit zwischen Pakistan und Indien geteilt ist. Kaschmir werde immer zu Indien gehören, sagte Rao am Montag in einer scharf formulierten Rede anläßlich des 48. Jahrestages der Unabhängigkeit Indiens in Neu-Delhi. „Wir werden nicht ruhen, bis die pakistanische Einmischung beendet ist“, fügte er hinzu. Der Regierungschef, der in öffentlichen Auftritten üblicherweise Stellungnahmen zum Kaschmir- Konflikt vermeidet, machte Islamabad für die gewaltsamen Auseinandersetzungen im indischen Teil der umstrittenen Region verantwortlich. An die pakistanische Regierung gewandt, betonte Rao: „Ihr könnt uns niemals unser Kaschmir wegnehmen, niemand kann das.“ Erst am Vortag hatte die pakistanische Premierministerin Benazir Bhutto die Kaschmir- Region als „ungeklärten Tagesordnungspunkt“ bezeichnet. Kaschmir ist seit dem ersten pakistanisch-indischen Krieg 1947/48 zwischen beiden Ländern aufgeteilt. Bei einem Anschlag gegen die offiziellen Unabhängigkeitsfeierlichkeiten wurden in Kaschmir nach Angaben der Polizei ein Mensch getötet und zwei verletzt. Militante Moslems feuerten Raketen auf ein Stadion in der Sommerhauptstadt Srinagar, als der Gouverneur des Bundesstaates, Krishna Rao, sprach. Erst Samstag waren bei einer Razzia in der Stadt mindestens 13 Personen getötet worden, darunter acht Angehörige der indischen Streitkräfte.
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