Hamburg gegen Lüttich: Chancen fürs Rückspiel gewahrt

Unterm Strich glücklich gewannen die Hamburger gegen den belgischen Meister. Die Abwehr schwächelte wieder, doch der HSV konnte sich auf seine Offensive verlassen.

War nur durch Fouls zu halten: Jonathan Pitroipa (mit Lüttichs Grégory Dufer). Bild: dpa

HAMBURG dpa/taz | Drei Tage nach dem internen Krisengipfel hat der Hamburger SV wenigsten seine Chancen in der Europa-League gewahrt. Mit einem glücklichen 2:1 (2:1)-Sieg im Viertelfinal-Hinspiel gegen Belgiens Meister Standard Lüttich konnten die Hanseaten ihre sportlichen Sorgen zwar nicht vertreiben, die Hoffnungen auf das Finale am 12. Mai im eigenen Stadion aber am Leben erhalten.

Doch immerhin konnten die Hamburger einen Rückstand wettmachen: Mladen Petric mit einem Foulelfmeter in der 43. Minute sowie Ruud van Nistelrooy (45.) glichen am Donnerstagabend die Führung der Gäste durch Dieumerci Mbokani (30.) aus und verschafften dem HSV damit eine akzeptable Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche in Lüttich.

"Das ist natürlich kein optimales Ergebnis", sagte Elfmeterschütze Petric. "Aber wir sind auch auswärts immer für ein Tor gut." Der international noch titellose van Nistelrooy meinte: "Dass wir das Spiel noch umbiegen konnten, spricht für uns." Das sah auch der viel gescholtene Trainer Bruno Labbadia so: "Ein Lob an die Mannschaft, sie ist sehr selbstbewusst aufgetreten."

Ergebnis: 2:1 (2:1)

Hamburger SV: Rost - Demel, Boateng, Mathijsen, Aogo - Jarolim, Zé Roberto - Pitroipa, Torun (72. Trochowski) - van Nistelrooy, Petric (72. Berg)

Standard Lüttich: Bolat - Camozzato, Victor Ramos, Mangala, Pocognoli - Goreux (76. Grozav), Witsel, Carcela-González - De Camargo, Jovanovic (90.+3 Traore) - Mbokani

Schiedsrichter: Atkinson (England)

Tore: 0:1 Mbokani (30.), 1:1 Petric (42./Foulelfmeter), 2:1 van Nistelrooy (45.)

Gelbe Karten: Zé Roberto, van Nistelrooy / Camozzato, Mangala, Victor Ramos

Beste Spieler: Pitroipa, Jarolim / Victor Ramos, Pocognoli

Nach der peinlichen Niederlage in Mönchengladbach hatte es am Montag ein ernstes Gespräch zwischen Mannschaft, Trainer und Vereins- Spitze gegeben. Doch der Bundesliga-Sechste, der im Halbfinale auf den FC Fulham oder den deutschen Meister VfL Wolfsburg (im Hinspiel gewannen die Engländer) träfe, konnte die Trendwende nicht wirklich einleiten.

Jerome Boateng durfte nach Wochen erstmals wieder auf seiner Lieblingsposition in der Innenverteidigung spielen; Tunay Torun tauschte den Platz mit Piotr Trochowski, der nach seiner schwachen Vorstellung in Gladbach zunächst auf die Bank musste. Doch einen "neuen" HSV sahen die gut 48.000 Zuschauer im Stadion in Hamburg nicht.

Zwar kontrollierten die Hamburger über weite Strecken das Spiel, spielten auch gut aufs Tor – vor allem über Aogo und den gut aufspielenden Jonathan Pitroipa auf der linken Seite. Doch oft war die letzte Flanke zu unpräzise. Und sobald die Lütticher zu Kontern kamen, wurde es jedesmal brandgefährlich, weil die Hamburger Defensive einfach nicht sicher genug stand. Vor dem Tor der Hamburger hatte Standard Lüttich regelmäßig zu viel Raum.

So entwischte im Anschluss an eine Ecke Mbokani nach exakt einer halben Stunde sowohl Boateng als auch van Nistelrooy und vollendete per Kopf aus fünf Metern. Der Rückstand rüttelte den HSV wach, doch die Präzision fehlte weiterhin. Erst ein Elfmeter, den Camozzato am besten Hamburger Pitroipa verschuldete, brachte den Ausgleich.

Nun kam auch Sicherheit ins Spiel des HSV. Als sich der Qualm einer Rauchbombe aus dem Lütticher Fanblock langsam verzog, traf auch van Nistelrooy (45.). Es war sein 62. Treffer im Europacup, wodurch er mit der Bayern-Sturmlegende Gerd Müller gleichzog. Zuvor hatte der Niederländer Pech gehabt, als er zunächst den Pfosten traf (36.) und er wenig später eine abgefälschte Flanke direkt vorm Tor nicht richtig erwischte (39.).

Ein Spiel auf des Messers Schneide blieb es auch nach dem Seitenwechsel. Zwar hatten die Hanseasten durch Petric in der 62. Minute die große Chance, den Sack zuzumachen. Doch Mbokani hätte fast im Gegenzug per Kopf den Ausgleich erzielt. Sein Kopfball traf nur die Latte. Danach war es der Hamburger Guy Demel der noch per Kopfball scheiterte – und zwar in der 86. Minute. Doch es blieb beim 2:1.

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