Hackerangriff auf Madsack Verlagsgruppe: Cyberattacke auf Madsack-Verlag

Ein Trojaner hat das Netzwerk der Regionalzeitungsgruppe vorübergehend lahm gelegt. Wahrscheinlich geht es um Erpressung, das LKA ermittelt.

Eine Hand auf einem Laptop

Einige Blätter der Madsack-Gruppe konnten am Wochenende nur abgespeckt erscheinen Foto: Thomas Trutschel/imago

Der Cyberangriff erwischte das Verlagshaus Madsack mitten in der Produktion der Wochenendausgaben am vergangenen Freitag. Etliche Lokalteile der zahlreichen zu der hannoverschen Mediengruppe gehörenden Blätter konnten nur in einer abgespeckten Ausgabe in den Druck gehen. Am Montagvormittag fielen dann noch einige Online-Angebote aus. Das Ausmaß scheint jedoch nicht so groß, wie bei der Funke Mediengruppe, die kurz vor Weihnachten zum Opfer eines ähnlichen Angriffs geworden war und die tagelang nur mit Notausgaben erscheinen konnte.

Am Montag bestätigte ein Unternehmenssprecher bei Madsack dann offiziell, was bereits bekannt war: Hacker waren in das Firmennetzwerk eingedrungen, das LKA ermittelt. Mit Details halten sich aber sowohl die Verlagsleitung als auch das LKA „aus ermittlungstaktischen Gründen“ zurück.

Heise und t-online zitierten allerdings aus internen E-Mails, in denen Mit­ar­bei­te­r*in­nen aufgefordert wurden, sich nicht mit dem Firmennetzwerk zu verbinden, auf WLAN auszuweichen und Ausschau nach verschlüsselten Dateien zu halten, die mit der Endung.NEFILIM versehen sind. Nefilim ist eine seit 2020 bekannte Schadsoftware, die Dateien verschlüsselt und zur Erpressung von Lösegeld eingesetzt wird.

Auch bei dem Angriff auf die Funke-Mediengruppe in Essen soll es eine Lösegeldforderung in Bitcoin gegeben haben. Darüber, ob der Konzern bezahlt hat, schweigt man sich bis heute aus. Mit­ar­bei­te­r*in­nen berichten allerdings, dass sie bis heute nicht auf alle alten Daten zugreifen können.

Gezielt oder zufällig?

Ob es sich um die gleiche Schadsoftware und das gleiche Vorgehen handelt? Ob die Verlagshäuser gezielt ins Visier genommen wurden oder zu zufälligen Opfern wurden? „Dazu können wir gegenwärtig nichts sagen, die Ermittlungen laufen ja gerade erst an“, sagt die LKA-Sprecherin in Niedersachsen. Man stehe aber in engem Kontakt mit anderen Behörden zu gleich gelagerten Fällen.

Bei Madsack ist man derweil noch damit beschäftigt, sich einen Überblick über das Ausmaß des Schadens zu verschaffen. Noch immer sind nicht alle E-Mail-Adressen und Servicenummern erreichbar.

Die Mediengruppe verantwortet insgesamt 15 regionale Tageszeitungen darunter die Hannoversche Allgemeine, die Ostseezeitung und das Göttinger Tageblatt. Außerdem beliefert das hauseigene Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zahlreiche weitere Lokalzeitungen mit überregionalen Nachrichten.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de