: Gurke des Tages
■ Kunst in Bern / Quadratlatschen?
Der „Kreiselbär“, eine rostige Plastik des Künstlers Housi Knecht, sollte eigentlich nur einen Verkehrskreisel verschönern. Doch nach dem Kunstverstand der städtischen Kunstkommission in Bern tut der 15.000 Franken teure Eisenbär genau das Gegenteil. Bisheriger Höhepunkt des Bärenstreits war ein nächtlicher Anschlag, wobei der Bär geteert und gefedert wurde. „Pseudokunst“, vergleichbar mit „Fast food“, bemängelte verächtlich der städtische Kulturbeauftragte Peter Betts: Der (mittlerweile wieder gereinigte) Bär soll weg. Empört reagierten die sonst wenig temperamentvollen Berner, die in zahlreichen Leserbriefen den Erhalt des „Kreiselbärs“ fordern.
Quadratlatschen?
Stockholm (dpa) – Hatte die als „göttlich“ gepriesene Greta Garbo tatsächlich Schuhgröße 41? Seit ein Verehrer des Filmstars in einem Leserbrief an die New York Times entsprechende Angaben aus einem gerade erschienenen Buch wütend zurückgewiesen hat, sind auch in Garbos schwedischer Heimat die Experten wach geworden. Doch die eindeutige Klärung der „Quadratlatschen“-Frage steht weiterhin aus. Auch in Schweden gibt es zwei Fraktionen mit unversöhnlichen Standpunkten. So verbreitete die Zeitung Dagens Nyheter, die von der „Göttlichen“ in den USA bevorzugte Schuhgröße 8 entspreche der europäischen Größe 41. Am Montag nun meldete sich Sven Broman, 84jähriger Garbo-Biograph, im selben Blatt mit einem klaren Dementi zu Wort. Er selbst habe im schweizerischen Davos Schuheinkäufe der Diva miterlebt, und da sei es um Größen zwischen 37 bis 38 gegangen. Broman vermutet, daß andere Fußprobleme zur „41er-Legende“ führten: „Garbo hatte eine gerade Ferse ohne nennenswerte Einbuchtung, so daß sie hohe Absätze verabscheute.“ Die „pantoffelähnlichen“ Schuhe, die sie statt dessen immer trug, hätten natürlich ziemlich groß ausgesehen.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen