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Grüne beschützen den IMSI-Catcher

KIEL dpa ■ Klare Regeln zum Abhören von Mobiltelefonen hat Schleswig-Holsteins Justizministerin Anne Lütkes (Grüne) gefordert. Insbesondere die so genannten IMSI-Catcher würden vom Gesetz bisher nicht berücksichtigt. „Aus diesem Grunde bin ich für eine klare, unzweideutige Regelung, damit Rechtssicherheit für die Strafverfolgungsbehörden besteht“, sagte Lütkes.

IMSI-Catcher sind seit Anfang 1997 zur Überwachung von Telefongesprächen in den D- und E- Netzen im Gespräch. Die Geräte geben sich dem Telefon gegenüber als Mobilfunkstation des eigenen Netzes aus. Wenn das Telefon daraufhin versucht, sich beim IMSI-Catcher als vermeintlicher Station anzumelden, sendet es dafür zahlreiche Daten, etwa Telefonnummer und Aufenthaltsort. Dadurch kann der Besitzer, ohne dass er telefoniert, identifiziert, lokalisiert und später abgehört werden.

Auch die Strafverfolgung müsse erkennen, dass Kriminelle Mobiltelefone in großem Umfang nutzen, sagte Lütkes am Montag in Kiel. Umso wichtiger seien saubere rechtliche Grundlagen als Voraussetzung für eine Überwachung.

Bisher regelt Paragraf 100a der Strafprozessordnung die Überwachung. Für Lütkes ist das jedoch nicht konkret genug. Es sei fraglich, ob damit auch alle neuen Formen der Überwachung erfasst werden. Nach Angaben des Justizministeriums wurden in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr 84 Telefone oder andere Kommunikationsmittel überwacht, ein Jahr zuvor waren es 90.

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