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taz sachenGroß oder klein? Sowohl als auch

Eine der ersten Reaktionen zur Blattreform kam von Ralf Aldenhoven aus Essen. „Alles tacko“, schrieb er, aber warum seien die Seitenthemen („der tag“, „inland“) und die Rubriken („das portrait“, „die nachricht“) in kleiner Schrift geschrieben? Er habe sich schon lange abgewöhnt, Mails zu lesen, in denen die Verfasser sich nicht die Mühe machten, simpelste ­Rechtschreibregeln einzuhalten.

Es gibt viele Haltungen zur Groß- und Kleinschreibung. 1925 vertrat das Bauhaus die Kleinschreibung: „wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit.“ Heinrich Böll erklärte 1973, dass eine Sprache weder an Informationswert noch an Poesie verliere, wenn sie von der Groß- zur Kleinschreibung übergeht. Viele linke Gruppen schrieben klein.

Die taz änderte am 19. Oktober 1982 den Titelkopf der Seite 1 von „die Tageszeitung“ in „die tageszeitung“. 2004 brachten wir eine ganze Ausgabe in Kleinschreibung, als Reaktion auf die Ankündigung mancher deutscher Verlage, zur alten Rechtschreibung zurückkehren zu wollen. Adressen von Mails und Webseiten werden meist klein geschrieben. taz-Leser Aldenhoven schreibt jetzt: „Ich fahr' ja auch nicht links auf der Fahrbahn, nur um meinen Protest gegen das System oder meine Coolness auszudrücken.“

Wir setzen die Kleinschreibung im neuen Layout ganz pragmatisch als eine Spielart ein – und zwar immer dann, wenn es ums Navigieren geht. Titelkopf, Seitenkopf, Rubrik. Gerade lesen Sie in der tageszeitung auf der Seite der tag die Rubrik taz sachen.

Georg Löwisch

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