: Griechen müssen zahlen
Griechenland ignoriert hartnäckig EU-Urteil. Erstmals Verhängung von Zwangsgeld durch Gerichtshof
KARLSRUHE taz ■ Erstmals hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) ein Zwangsgeld gegen einen EU-Mitgliedsstaat verhängt. Griechenland muss jetzt täglich umgerechnet 40.000 Mark an die EU überweisen – bis in der Region Chania auf Kreta die umweltgefährdende Abfallentsorgung beendet ist. Schon 1992 war Griechenland vom EuGH verurteilt worden, weil in Chania militärische und industrielle Sonderabfälle in der Schlucht eines Wildbachs abgelagert werden. Seitdem ist nichts passiert, da die Bevölkerung den Bau einer regulären Abfallbeseitigungsanlage verhindert. Einen Kommissionsantrag auf 50.000 Mark Zwangsgeld hat der EuGH in Luxemburg nun in leicht abgemilderter Form akzeptiert. Die EU-Institutionen nutzen damit zum ersten Mal die im Maastrichter Vertrag 1993 eingeführte Möglichkeit, Zwangsgelder gegen Staaten zu verhängen, die EuGH-Urteile ignorieren. Weitere Verfahren gegen Griechenland und Frankreich sind bereits anhängig. (Az.: C-387/97) CHR
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen