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Grenzwerte wie im Vollbetrieb

ATOMKRAFT Das AKW Brunsbüttel ist seit vier Jahren vom Netz,darf aber so viel strahlen wie zuvor

Strom produziert das Atomkraftwerk in Brunsbüttel seit 2011 nicht mehr – rechtlich wird das Werk aber immer noch so behandelt, als arbeite es im Normalbetrieb. Das betrifft unter anderem die Grenzwerten für Emissionen, die einem Werk in Volllast mehr Strahlung erlauben als einem abgeschalteten Meiler. Aber gerade beim Rückbau könnte Radioaktivität austreten, befürchten Kritiker. Die Umweltorganisation BUND spricht daher von einem „Versäumnis“ und fordert das für Atomaufsicht zuständige Umweltministerium auf, die Grenzwerte abzusenken.

Austritt von Radioaktivität sei beim Umgang mit Brennstäben oder Filtern möglich, erläutert Karsten Hinrichsen vom BUND. Die unausgesprochene Befürchtung: Angesichts der geltenden höheren Grenzwerte könnte der Betreiber solche Mini-Störfälle als Normalbetrieb deklarieren.

Das Schreiben des BUND sei noch nicht eingetroffen, hieß es auf taz-Anfrage beim zuständigen Ministerium. „Aber die Atomaufsicht achtet darauf, dass im Nachbetrieb die Kontrolldichte nicht unzulässig reduziert wird“, sagte Staatssekretärin Ingrid Neste. Die Frage, ob der Grenzwert gesenkt wird, werde derzeit bearbeitet. Nach bisherigen Erfahrungen wurden „die Genehmigungswerte im Nachbetrieb überwiegend nur zu maximal 0,01 Prozent ausgeschöpft“. EST

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