piwik no script img

Gleiche Probleme

■ Betr.: "taz-intern: Redaktionsleitung gewählt", taz vom 8.5.91

betr.: „taz-intern: Redaktionsleitung gewählt“, taz vom 8.5.91

Da lese ich in der taz nicht nur die Horrormeldungen über die Grünen aus der Feder derer, die sich eine andere grüne Partei stricken möchten. Ich lese aber leider überhaupt nichts mehr über die Entwicklung der taz. Gerade mal noch verrät man mir, daß nicht die wirklichen Könner wie Max Thomas Mehr und Klaus Hartung zu Chefredakteuren gewählt worden sind, sondern Georgia Tornow und Andreas Rostek. Daß aber damit eine ebenso grandiose Fehlentscheidung verbunden ist wie mit der Nichtwahl von Antje Vollmer und Co., das teilt mir niemand mit.

Hat eigentlich in Eurem Laden schon mal jemand bemerkt, daß die taz mit genau denselben Problemen zu kämpfen hat wie die Grünen? Hat es nicht, denn sonst würden Hartung, Aly und Konsorten nicht auf den Grünen in einer so blasierten Weise herumhacken, ohne auch nur ein klitzekleines bißchen selbstkritisch hinter sich zu sehen.

Vielleicht verratet Ihr uns so ganz nebenbei auch noch, wie lange die taz die Grünen überdauern wird. Ich glaube, überhaupt nicht, denn es ist Euch ebensowenig wie den Grünen gelungen, durch das, was viele einen „Rechtsschwenk“ nennen, auf eben dieser Seite ausreichend neue LeserInnen für die AbbestellerInnen zu finden, die auf der Linken dazu übergegangen sind, (wieder) die 'Frankfurter Rundschau‘ zu lesen, weil dieser wenigstens dann und wann daran gelegen ist, nicht nur Meinung zu machen, sondern auch Nachrichten zu übermitteln.

Merke: Es ist die Aufgabe von Zeitungen, Nachrichten zu veröffentlichen. Eure Meinungen in Ehren, aber die interessieren mich in —höchstens — zweiter Linie. Richard Kelber, Mitglied des Rates der Stadt Dortmund.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen