: Gewendete KPI sucht einen Namen
Bologna (dpa) - Die Kommunistische Partei Italiens (KPI) hat auf einem Sonderparteitag in Bologna mit großer Mehrheit einen radikalen Wandel der Partei beschlossen. Alle Symbole und ideologischen Relikte des Kommunismus sollen getilgt werden und eine sozialdemokratische Partei, möglicherweise unter dem Namen „Demokratische Arbeiterpartei“ entstehen. In den Monaten bis zu einem neuen Parteikongreß wird die Partei eine Änderung ihres Namens sowie die Abschaffung der roter Fahne sowie der Symbole Hammer und Sichel erörtern.
726 (67 Prozent) der 1.092 Parteidelegierten stimmten in der Nacht zum Sonntag für den Grundsatzantrag Generalsekretär Achille Occhettos; 322 (32 Prozent) entschieden sich für die gemäßigten Parteireformer um Pietro Ingrao und Alessandro Natta; 37 (drei Prozent) unterstützten den konservativen Marxisten Armando Cossuta. Eine Umarmung Occhettos mit seinem bisher erbitterten Gegner Ingrao besiegelte vorerst eine Aussöhnung der zerstrittenen KP -Fraktionen, auch wenn die Positionen inhaltlich unverändert blieben. Ingrao widersprach energisch Meldungen, wonach er und seine Parteifreunde sich abspalten wollten.
Der Parteitag wies einen Antrag auf Austritt Italiens aus der Nato noch vor einer Auflösung der Militärblöcke zurück. Occhetto machte sich die Forderung einiger Redner nach Neutralität eines künftigen Gesamtdeutschlands nicht zu eigen.
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