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Gesichter der Verfolgung

■ Tekin Firat zeigt Bilder seiner Landsleute

Feine Linien zerfurchen die Gesichter der Menschen, die der kurdische Maler Tekin Firat abgebildet hat. In schwarz-weißer Tuschezeichnung hat er das Leben der Frauen, Männer und Kinder in Kurdistan festgehalten, als könne man die Verhältnisse, unter denen sie leben, nicht kolorieren.

„Zwei Kinder“ heißt eine Ausstellung, die an das Massaker von Halapja in irakisch-Kurdistan erinnern soll. „Und an viele andere, die seitdem stattgefunden haben“, führt Yasar Demircan von der kurdischen Künstlergruppe Komel aus. „In türkisch-Kurdistan finden viele Massaker statt. Allein 1992 wurden in Cizre, Sirnak, Varto, Nusaybin und Kulp Massaker angerichtet. An Kindern und Erwachsenen.“ Wie sich die tägliche Bedrohung und Verfolgung auf die Menschen in Kurdistan auswirkt, kann man den Menschen ansehen, die Tekin Firat gemalt hat: bedrückt, ohne ein Lachen blicken sie in die Welt. Vertreibung, Verzweiflung, Trauer und Massenmord lauten entsprechend die Titel der Bilder.

Es ist fast zynisch, so vertraut erscheinen die Bilder der Ausstellung: Frauen und Männer mit Tüchern, die sie um dem Kopf geschlungen haben, mit weiten Beinkleidern, Menschen vor Zelten, hinter denen sich die kargen Berge des kurdischen Berglands erheben, wo schon so viele Flüchtlinge erfroren sind. Und Frauen und Kinder, hinter Stacheldraht oder von Gewehrläufen bedroht.

Zur Ausstellung gehören Zeitungsausschnitte mit Hintergrundinformationen, die meisten von 1991. Da wird deutlich, wie wichtig das Anliegen der Gruppe ist, zu erinnern. „Die Waffen, mit denen auf uns geschossen wird, kommen auch aus Deutschland!“, betont Yasar Demircel. ede

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