Geschmacklose Kinderkleidung bei Zara: Alles ganz harmlos
Blau-weiß gestreift und ein gelber Stern, so sieht ein Kinderhemd der spanischen Mode-Kette Zara aus. Sheriff oder doch KZ-Häftling?
Screenshot: twitter.com/christianmutter
Manchmal stehen auf T-Shirts wirklich dumme Dinge geschrieben. Sätze, die lustig sein sollen, am besten auf Englisch, etwas mit „Army“ oder „Department“, dazu eine beliebige Zahlenkombination. Diese Shirts in Fülltext-Optik sind schlimm, aber harmlos. Genauso harmlos ist es, ein Kinderhemd zu verkaufen, das von Westernfilmen inspiriert ist. Obwohl da auch rumgeballert wird. Egal: lustige Kringel und ein Stern für den kleinen Sheriff. Das dachte sich die Modekette Zara.
Dass blaue und weiße Streifen und ein sechszackiger gelber Stern auf der Brust vor allem an KZ-Hemden erinnern – darauf ist dort anscheinend niemand gekommen. Nach empörten Kommentaren in den sozialen Medien entschied Zara, das Hemd aus dem Verkauf zu nehmen, und entschuldigte sich via Twitter.
Das war nicht der erste Fauxpas, den sich das Modehaus leistete. Vor einigen Wochen sorgte ein anderes T-Shirt für Wirbel: „White is the new Black“ war darauf zu lesen. Na ja, nicht als politisches Statement. Als neue Farbe der Saison, natürlich. Als Grundton, zu dem alles passt. Die Hakenkreuze auf einer Tasche von Zara sollten auch niemanden verletzen. Irgendwie waren das ja auch mal indische Friedenszeichen.
Und so schwebt Zara abgehoben in einer hübschen Modeseifenblase davon. Die Designer haben vergessen, dass Worte und Symbole da draußen auch Bedeutungen haben. Streifen sind nicht immer fröhlich und Schwarz ist mehr als eine Farbe. Denn Mode ist immer politisch. Nicht erst seit den Skandalen um die Arbeitsbedingungen in Sweatshops, New Balance oder das Palästinensertuch. Mode spiegelt den Zeitgeist wider. Zara ist sich dieser Verantwortung scheinbar nicht bewusst. Oder ist es doch ein Statement und wir sind die Naiven?
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