: Gentech-Land Bayern
■ Grüne Studie liefert Überblick über Biogentech-Landschaft in Bayern / Genzentrum ist München / Staatsregierung schweigt
München (taz) - Während in Bonn noch an einer mehr oder weniger laschen gesetzlichen Grundlage für die Anwendung der Gentechnologie gebastelt wird, gehören in Bayern gentechnologische Forschung und erste gentechnologische Produktionen bereits zum Alltag. Um der Öffentlichkeit einen Überblick über das Gefahrenpotential Gentechnologie in seiner nächsten Nachbarschaft zu geben, hat das Freiburger Öko-Insitut jetzt im Auftrag der bayerischen Grünen einen Überblick über „den Wildwuchs an bereits geschaffenen Fakten“ erstellt.
Nach Berlin und Hannover ist jetzt auch ein komplettes Szenario der bayerischen Biogentech-Landschaft auf 215 Seiten entstanden. In Bayern sind es fünf Zentren im Bereich Gentechnologie und Biotechnologie. Sie konzentrieren sich im fränkischen Bayreuth, Erlangen, Nürnberg, in der bayerischen Landeshauptstadt München, in der Domstadt Regensburg sowie in Würzburg. Vor allem in der High-Tech-Metropole München kommen verstärkt Venture-capital-Gesellschaften, Consultingfirmen, Patent- und Informationseinrichtungen hinzu. Diese Infrastruktur ist Hinweis dafür, daß das eigentliche Genzentrum Bayerns München heißt.
Rund um München mehren sich die in Genforschung involvierten Institute, wie etwa die Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF) in Neuherberg. An der landwirtschaftlichen Fachhochschule in Freising -Weihenstephan wird vornehmlich innerhalb der Studienrichtung Biotechnologie mit dem Ziel geforscht, Mutanten in der Freisetzung zu erproben.Der neueste Coup auf diesem gefahrenträchtigen Sektor: Pläne für einen Genforschungsbau mitten im Herzen von München, nämlich in Schwabing. Der Erweiterungsbau ist ein Gemeinschaftsprojekt der Technischen Univeristät München sowie der Ludwig -Maximilians-Universität. Geplant ist in diesem Zusammenhang auch ein völlig fensterloser Bau, was auf die höchste Sicherheitsstufe in diesem Bereich hinweist. Dieses Genzentrum soll eine Zusammenfassung der Projekte sein, die bereits in Sachen Genforschung, etwa in Garching bei München, laufen.
Über die Summen, die der Freistaat auf diesem Gebiet investiert, gibt es keine genau aufgeschlüsselten Zahlen. Bekannt ist lediglich der Betrag von rund vier Milliarden Mark für die gesamten Wissenschaftsausgaben vom Jahre 1987. Von der Staatsregierung werden bei Vorliegen der notwendigen Voraussetzungen grundsätzlich auch Vorhaben aus dem Bereich der Bio- und Gentechnologie gefördert , heißt es lediglich. Die bayerische Staatsregierung gibt sich in diesem Punkt äußerst zurückhaltend. Aus rechtlichen Gründen, nämlich der Wahrung des Betriebs- und Geschäftsgeheimnisses, wollen die Herren keine Einzelangaben über gewährte Förderungen an Unternehmen machen.
lui
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