: Gedenken wie gehabt
■ Neue Wache am Trauertag in Betrieb
Trotz der in den vergangenen Jahren geäußerten Proteste gegen eine undifferenzierte historische Sicht begingen am Sonntag in Berlin politische Spitzenrepräsentanten und Militärs den Totensonntag in der gewohnten Weise.
Bundespräsident Roman Herzog und Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth legten an der Neuen Wache Kränze nieder, die am Volkstrauertag 1993 mit einer vergrößerten Pieta-Plastik von Käthe Kollwitz wiedereröffnet worden war. Sie gilt als „zentrale Mahn- und Gedenkstätte der Bundesrepublik“. Mit Kränzen ehrten auch der Generalinspekteur der Bundeswehr, Hartmut Bagger, und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Berlin, Jerzy Kanal, im Ersten Weltkrieg gefallene jüdische Soldaten. 395 jüdische Soldaten sind auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee bestattet. Hartmut Bagger ist der ranghöchste deutsche Soldat.
Bei der zentralen Gedenkfeier im Berliner Dom erinnerte Herzog an die über 50 Millionen Toten des Zweiten Weltkrieges. Er betonte jedoch, daß seitdem erneut Millionen Menschen Kriegen zum Opfer gefallen seien. Außerdem sprach der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau.
Bereits am Samstag hatten Vertreter von Kriegsopferverbänden, der Bundeswehr und des Diplomatischen Korps Kränze auf dem Standortfriedhof Berlin im Bezirk Neukölln niedergelegt. cs
Umverteilung gegen rechts
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