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Fusion und Frust

■ Kernverschmelzung schluckt Energie

Princeton (dpa/taz) – Einen neuen Weltrekord in der Kernfusion, die dereinst die Energieprobleme der Welt lösen soll, verkündeten unlängst US-amerikanische WissenschaftlerInnen. Der „Tokamak Fusion Test Reactor“ der Princeton-Universität im US-Staat New Jersey erzeugte eine Sekunde lang eine Leistung von 10,7 Millionen Watt.

Schade nur, daß der Reaktor im derzeitigen Experimentierstadium fast viermal soviel Energie verschlingt, wie er produziert: Das Fusionsfeuer „brennt“ nicht von selbst, sondern „glimmt“ nur so lange, wie von außen Energie zugeführt wird. Durch Fusionsreaktoren soll nach dem Vorbild der Sonne Energie erzeugt werden. Dabei werden Wasserstoffkerne zu Helium verschmolzen.

Der Reaktor in Princeton wird im September 1995 seinen Betrieb einstellen und nach einer zweijährigen Pause abgebaut werden. Die Physiker in Princeton hoffen, ihn im Jahr 2001 durch ein Nachfolgemodell, das sogenannte Tokamak Physics Experiment, zu ersetzen. Bisher allerdings hat der amerikanische Kongreß noch keine Mittel dafür zugesagt. Das internationale Fusionsprojekt Iter, an dem Europa, Japan, Rußland und die USA beteiligt sind, wird voraussichtlich 2005 in Betrieb gehen können. Bisher ist nicht entschieden, wo der zehn-Milliarden-Dollar-Reaktor(rund 15 Milliarden Mark) angesiedelt sein wird.

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