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Fünf Jahre Haft gefordert

■ Prozeßbeginn gegen Hella Schlumberger in der Türkei

Ankara (dpa) - Für die in der vergangenen Woche in der Türkei festgenommene bundesdeutsche Soziologin Hella Schlumberger hat die Anklage am Mittwoch eine fünfjährige Gefängnisstrafe gefordert. Schlumberger war unter dem Vorwurf des „Separatismus“ von türkischer Polizei verhaftet worden. Bei dem ersten Gerichtstermin in der Stadt Diyarbakir hielt ihr der Staatsanwalt vor, in das Gästebuch eines Vogelreservats der Provinz Urfa den Satz „Nieder mit der Barbarei, lang lebe eine freie Türkei und ein Kurdistan mit gleichen Rechten“ geschrieben zu haben. Dies wurde der 47jährigen Kurdenforscherin als „Schwächung nationaler Gefühle“ ausgelegt.

Die Verteidigung argumentierte, daß das Verfahren und die verlangte harte Strafe für eine „gutgemeinte Gefühlsäußerung“ nicht gut zum Antrag der Türkei auf Mitgliedschaft in der EG passe. Nach einer Meldung der halbamtlichen anatolischen Nachrichtenagentur wies das Gericht den Antrag der Verteidiger auf Freilassung ihrer Mandantin zurück. Nächste Woche sollen Zeugen vernommen werden.

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