Frühlingsbeschwörungen: Kalte Blüten (I)
Als der Lenz Zweitausendeins kalt in meinen Garten zog, als die Schneelast alle Blüte runter in die Matsche bog, als der Stengel der Narzisse still und leise einfach brach, schiss ich die Natur zusammen und schrie heiser: „März, lass nach!“
Fritz Eckenga
Kalte Blüten (II)
Wenn man sich am Fenster den Hals verrenkt nach einer Portion Blau und Licht nur Pfuideibel sieht und verbittert denkt:Frühling, das können die hier nicht
Wenn man draußen nackte Bäume begafftsie anfleht „Ihr sollt Blätter treiben!“ und ahnt, dass es keiner von ihnen schafft: dieses Jahr wird ewig so bleiben
Wenn man ein Leben im Wollmantel führt – Hokuspokus: kommt der Krokus
Carola Rönneburg
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen