: Fresse polieren, statt Provision zu bezahlen
Den Haag (AFP) – Eine niederländische Sozialhilfeempfängerin hat in einem alten Buch, das die Frau für umgerechnet zwei Mark auf einem Flohmarkt in Utrecht erstanden hatte, zwei Rembrandt-Radierungen gefunden. Zu Hause fielen ihr die beiden Graphikblätter des Meisters aus dem 17. Jahrhundert entgegen. Doch anstatt Kunstsinn und Nationalstolz zu beweisen, verkaufte sie die beiden Radierungen für etwa 90.000 Mark an einen deutschen Sammler. Allerdings seien die Frau und ihre Familie trotz der gigantischen Gewinnspanne mit dem Erlös unzufrieden gewesen, berichtete der Kunstexperte Toon Wildeboer, der die Verhandlungen mit dem Boffen geführt hatte: „Sie dachten, die Radierungen seien 140.000 Mark wert.“ Mangelnder Geschäftssinn läßt sich den Entdeckern der Graphiken indes nicht unterstellen. Als Wildeboor seine drei Prozent Provision abholen wollte, wurde ihm harsch beschieden, er solle Leine ziehen. „Ich habe es dann gelassen“, bekannte der Fachmann, „ich hatte keine Lust, mir von einem tätowierten Kleiderschrank die Fresse polieren zu lassen.“
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