Frauen können lenken

Nachfolge: Christi

Die künftige Hauptgeschäftsführerin der Hamburger Handelskammer heißt Christi Degen, kommt aus Bayreuth und ist die erste Frau auf diesem Posten

Christi Degen streitet künftig an der Spitze von Hamburgs Wirtschaft für deren Interessen Foto: Andreas Harbach (HKHH/dpa)

HAMBURG taz | Die Handelskammer Hamburg soll erstmals in ihrer mehr als 350-jährigen Geschichte von einer Frau geführt werden. Einen entsprechenden Vorschlag will das Präsidium dem Plenum am 8. Dezember unterbreiten. Wird sie gewählt, kann sie am 11. Dezember ihr Amt antreten.

Der Hauptgeschäftsführer ist neben dem ehrenamtlichen Präses die hauptamtliche Spitze der Kammer. Die Neubesetzung der Position war nötig geworden, weil der vormalige Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz nicht zu der neuen Plenumsmehrheit passte. Im Februar hatte ein Reformbündnis 55 von 58 Sitzen errungen. Die Reformer hatten den „monarchischen“ Führungsstil Schmidt-Trenzens und dessen Gehalt von 530.000 Euro kritisiert. Künftig soll sich das Gehalt an dem eines Senators – rund 150.000 Euro – orientieren.

Mit ähnlich dürren Worten wie Schmidt-Trenz in Hamburg ist seine designierte Nachfolgerin Christi Degen vom Präsidium der Industrie- und Handelskammer (IHK) Oberfranken-Bayreuth verabschiedet worden. Die IHK und Degen trennten sich, „weil beide Seiten eine weitere konstruktive Zusammenarbeit nicht als Erfolg versprechend ansehen“, teilte die IHK mit. Degen hatte die Kammer drei Jahre lang geführt. Ihr Vertrag wäre noch zwei Jahre gelaufen.

Dem Nordbayerischen Kurier sagte Degen im Oktober, sie sei gleich im ersten Gespräch mit der im April neu gewählten Präsidentin Sonja Weigand freigestellt worden: „Vorher gab’s keine Gespräche.“ Wirkliche Gründe für das Aufkündigen der Zusammenarbeit seien ihr nicht genannt worden.

„Mir war es sehr wichtig, die Kammer zu modernisieren, wie es im übrigen vielen IHKs guttäte“, sagte Degen der Zeitung. „Richtung mehr Unternehmernutzen und Kundenorientierung.“ Sie habe sich in ihrer Zeit besonders um die Themen Standortmarketing, Innovation und Fachkräfte gekümmert, und darum, mit mehr Mitgliedern der Kammer als bisher in Kontakt zu kommen. Bei allen Themen müsse zudem die Digitalisierung berücksichtigt werden.

Aus Sicht der ehemaligen Kammerrebellen könne diese Prioritätensetzung einer Bewerbungsrede entstammen. Auch sie finden, die Handelskammer müsse sich besser um kleine und mittlere Unternehmen kümmern und den Nutzen für ihre Mitglieder besser im Blick haben.

„Die Handelskammer wird sich in den kommenden Jahren tiefgreifend verändern“, kündigte Präses Tobias Bergmann an. „Unsere neue Hauptgeschäftsführerin soll diese Veränderungen gemeinsam mit uns bewirken.“ Für den Wandel bringe sie Umsetzungsstärke, Erfahrung und wirtschaftspolitische Kompetenz mit.

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