: Flüchtlingsdrama in Guinea
Tausende von Menschen fliehen vor Angriffen, Plünderungen und Verhaftungswellen
NAIROBI/CONAKRY/GENF dpa ■ Die Fluchtbewegung aus dem westafrikanischen Guinea hat weiter zugenommen. Nach Meldungen der britischen BBC flohen bislang tausende von Flüchtlingen aus den benachbarten Konfliktländern Liberia und Sierra Leone vor den Angriffen und Verhaftungswellen guineischer Sicherheitskräfte. Die Menschen seien aus ihren Behausungen vertrieben, ausgeplündert und teilweise geschlagen worden.
Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR suchten bis zu 2.000 Menschen Schutz auf dem Gelände der Botschaft Sierra Leones in der guineischen Hauptstadt Conakry. Zunächst war dort von 3.000 Menschen die Rede gewesen. Der Botschafter Sierra Leones in Guinea bat das UN-Flüchtlingswerk um Hilfe. Das UNHCR hat bereits mit der Unterstützung von 30.000 Rückkehrern in der Region Kenema in Sierra Leone begonnen. Eine groß angelegte Aktion zur Rückführung von Flüchtlingen sei wegen der Sicherheitsrisiken jedoch momentan nicht zu veranworten, sagte UNHCR-Sprecherin Delphine Marie in Genf.
Guineas Präsident Lansana Conté hatte am Samstag zur Jagd auf die rund eine halbe Million Flüchtlinge aus Liberia und Sierra Leone aufgerufen, weil er sie mitverantwortlich für die jüngsten Angriffe im Grenzgebiet macht.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen