: Flüchtlinge im Januar nach Hoyerswerda
Dresden/Berlin (dpa/ap) — Der von ausländerfeindlichen Ausschreitungen erschütterte nordsächsische Kreis Hoyerswerda soll im Januar wieder Asylbewerber aufnehmen. Das kündigte Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) am Mittwoch in Dresden an. Er sagte, der Landkreis sei auf die Aufnahme gut vorbereitet. Zahlen nannte er dazu nicht.
Die aus Greifswald nach Norderstedt geflüchteten Asylbewerber wollen nicht nach Mecklenburg- Vorpommern zurückkehren. Sprecher des Innenministeriums in Schwerin und des Sozialministeriums in Kiel erklärten am Mittwoch übereinstimmend, es gebe bei der Gruppe derzeit keine Anzeichen für eine Bereitschaft zur Rückkehr. Vertreter der rund 70 Asylbewerber, die in der Schalom-Gemeinde in Norderstedt Unterschlupf gefunden haben, schlugen den Angaben zufolge vor, ihre Asylanträge in Abwesenheit bearbeiten zu lassen. Aus Angst vor Angriffen ausländerfeindlicher Randalierer wollen 20 bulgarische Flüchtlinge ihre Verlegung nach Ostdeutschland verhindern. Sie „besetzten“ am Mittwoch die Eberhardskirche in der Stuttgarter Innenstadt. In einer Erklärung fordern sie, nicht in ostdeutschen Flüchtlingslagern untergebracht zu werden, solange bestimmte Sicherheitsbedingungen dort nicht gewährleistet werden könnten. Die Kirchenleitung verweigerte zu der Aktion auf Anfrage jegliche Stellungnahme; die Polizei schritt nicht ein.
Fünf Männer im Alter von 17 bis 20 Jahren hat die Polizei als Verantwortliche für einen Anschlag auf eine Ausländerunterkunft in Bensheim an der Bergstraße ermitteln können. Drei von ihnen seien in der Nacht zum Montag in Worms festgenommen worden, als sie das Auto eines Ausländers beschädigten.
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