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Finnland nach Europa

■ Deutsch-Finnische Gesellschaft feiert

„Als ich als 10jähriger 1961 nach Bremen gekommen bin, fragten mich meine MitschülerInnen, ob es in Finnland Eisbären und Pinguine gibt“, erzählt Pekka Tanner über die uniformierten Deutschen. Dieses Jahr feiert Finnland seine 75-Jährige Unabhängigkeit. In Bremen feiert die Deutsch-Finnische Gesellschaft das Jubiläum mit einer Veranstaltungsreihe. Finnland war früher dem schwedischen Reich zugehörig. 1809 wurde es dem russisschen Reich als Großfürstentum eingegliedert, am 6.12.1917 erklärten die Finnen ihre Unabhängigkeit.

Die bremische Deutsch-Finnische-Gesellschaft hat 180 Mitglieder, zumeist Finnen und deren Angehörige. Sie stellen gemeinsam mit dem Honorarkonsul Hans-Heinrich Pöhl, der der finnischen Sprache nicht mächtig ist, ein vielseitiges Programm vor. So begann gestern die Ausstellung „Lebendiges Lappland“ von der finnischen Malerin Kirsi Kangas in den Räumen des Bremer Presse-Clubs. Ein Benefizkonzert für kulturelle und soziale Projekte in Estland mit finnischer Volksmusik findet nächste Woche statt. Der Höhepunkt des Programms ist die deutsche Erstaufführung des „Requiem“ von dem finnischen Komponisten Joonas Kokkonen im November.

„Finnland ist dabei, aus seiner Neutralität aufzutauchen“, sagte Pöhl. Das Land hat seine Grenzen zu Rußland hin gegen die befürchteten Flüchtlingsströme dichtgemacht und orientiert sich auch wirtschaftlich zunehmend zum Westen hin. Für Bremen wird sich dies in der Schiffahrt auswirken: Die großen Containerschiffe fahren nicht mehr in die Ostsee hinein, sondern wickeln ihre Überseefracht bereits in Bremerhaven/ Bremen und Hamburg ab. Der Holzhandel Finnland-Bremen gehört dagegen bereits zur historischen Kontiuität.

„Finnland war so lange am Rand der Sowjetunion angegliedert, daß es erst langsam ins europäische Bewußtsein sinkt“, stellt Wolfgang Mielke, Kantor der St. Ansgari-Gemeinde, fest. Der Antrag auf Aufnahme in die EG ist gestellt. vivA

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