: Fehlplanung Flughafen
München (taz) - Als „Flop des Jahrhunderts“ bezeichnete der Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Flughafen München II, Josef Zollner, den umstrittenen neuen Münchner Flughafen im Erdinger Moos. Zollner kritisierte vor allem die geplante „größenwahnsinnige Verkehrsanbindung am Boden“ des Mammutprojekts. Vier S-Bahnlinien und eine Fernbahnanbindung plant der Freistaat. Über zwei Milliarden Mark wird die „Prestiganbindung“ kosten. Dafür sollen weitere wertvolle Naturschutzgebiete, wie die Isarauen, zerstört werden. Mehr als doppelt soviele S-Bahnzüge wie zum Airport in Frankfurt würden dann ins Erdinger Moos fahren. Selbst die Deutsche Bundesbahn hält dagegen eine S-Bahnlinie mit einer Tageskapazität von 23.000 Fahrgästen für ausreichend. Zwar heißt es großspurig in den Unterlagen zu Planung: „Der Flughafen wird durch Straßen ausreichend erschlossen.“ Mit dem Auto ist der neue Flughafen jedoch fast überhaupt nicht zu erreichen. Autofahrer bleiben unweigerlich im Stau der Münchner Zufahrtsstraßen stecken und brauchen für die rund 60 Kilometer zum Großflughafen mindestens eineinhalb Stunden. Bei der Eröffnung des Flughafens in rund zehn Jahren wird jedoch der ICE von München nach Frankfurt nur zweieinhalb Stunden fahren.
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