FBI-Vizechef in den USA: Dan Bongino tritt nach nur neun Monaten zurück
Der ehemalige rechte Podcaster gibt sein Amt auf, ohne Gründe zu nennen. US-Präsident Trump vermutet, Bongino wolle „zu seiner Show zurückkehren“.
Foto: Alex Brandon/ap
afp | Der stellvertretende Direktor der US-Bundespolizei FBI, Dan Bongino, gibt sein Amt nach rund neun Monaten auf. Der 51-Jährige frühere Polizist und Podcaster verkündigte am Mittwoch im Onlinedienst X seinen Rücktritt. Einen Grund für den Schritt nannte er nicht. US-Präsident Donald Trump sagte, er gehe davon aus, dass Bongino „zu seiner Show zurückkehren“ wolle.
Bongino, der seinen Posten als FBI-Vizechef im März antrat, hatte früher bei der New Yorker Polizei und im für den Schutz des Präsidenten zuständigen Secret Service gearbeitet.
Er ist ein getreuer Trump-Anhänger, der in seinem in rechtsgerichteten Kreisen populären Podcast häufig Falschinformationen und Verschwörungserzählungen verbreitet hat – etwa über die Corona-Pandemie, angeblichen Betrug bei der Präsidentschaftswahl 2020 oder die Erstürmung des Kapitols in Washington durch radikale Trump-Anhänger am 6. Januar 2021.
Bonginos Ernennung zum Vizechef der US-Bundespolizei war eine Überraschung, da der Posten üblicherweise mit erfahrenen FBI-Beamten besetzt wird. Im Gegensatz zum Amt des FBI-Direktors bedarf die Besetzung des Vizepostens nicht der Zustimmung des Senats. FBI-Direktor Patel hatte diese Bestätigung im Februar nur mit der knappen Mehrheit von 51 gegen 49 Stimmen erhalten. Auch er ist ein Trump-Loyalist, der in der Vergangenheit rechte Verschwörungserzählungen verbreitet hatte.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert