Extinction Rebellion in London: Erinnern an Haitis Revolution

Aktionen in Großbritanniens Hauptstadt: Zum Auftakt der fünften Protesttage von Extinction Rebellion dominieren Stimmen von Indigenen.

Protestierender mit Blumenkranz und grüner Maske

Geschmückter Rebell von Extinction Foto: Henry Nicholls/reuters

LONDON taz | „Verstoßt das Bild des Gottes der Weißen, welcher nach unseren Tränen durstet, und hört auf die Stimme der Freiheit, welche in allen unseren Herzen spricht!“ Mit diesem Gebet des ehemaligen haitianischen Hohepriesters Dutty Boukman begannen am Montagmorgen am zentralen Londoner Trafalgar Square die fünften Aktionstage von Extinction Rebellion in London.

Zwei Wochen lang wollen die Ak­ti­vis­t*in­nen durch zivilen Ungehorsam im Ursprungsland von XR auf den Klimanotstand hinweisen. Die Gruppe ist in Großbritannien für ihre teilweise radikalen Aktionen wie U-Bahn- und Flughafenblockaden bekannt. In der Coronazeit musste der Protest zwangsläufig pausieren.

Die Eröffnungsreden zweier schwarzer Aktivist*innen, Esther Stanford-Xosei und Khep Heru, sollten die Verbundenheit vor allem mit Indigenen betonen. Auch der Beginn der Protesttage unter dem Titel „Demand the Impossible“ (Verlange das Unmögliche) fiel auf den 230. Jahrestag des Beginns der haitianischen Revolution.

„Rebellion gegen die britische Regierung“

Vor über 1.000 Versammelten, über denen drei Polizeihubschrauber donnerten, sagte Stanford-Xosei, dass „die Zerstörung und Ausbeutung der Erde auch durch koloniale Spaltung ermöglicht worden“ sei.

XR-Mitgründerin Gail Bradbrook betonte, dass XR nicht nur protestieren, sondern eine Rebellion gegen die britische Regierung starten wolle: Die Gesellschaft sei „mit einer korrupten politischen Wirtschaft mit Zentrum im Londoner Finanzdistrikt verheiratet, die an zerstörendes Wirtschaftswachstum gebunden ist“. Deshalb wolle XR diesmal die meisten seiner Aktio­nen im Finanzviertel Londons durchführen.

„Ich werde Fenster und Böden in Banken putzen, um so zu erklären, dass die Geldinstitute ihre Vorgehensweisen bereinigen müssen“, sagte Ian, 73, aus Devon, der zum vierten Mal mitmacht. Ingenieur Martin Waters, 50 und aus Oxford, sagte: „Die Milliarden, die zur Bewältigung der Pandemie ausgegeben wurden, stehen in keinem Vergleich zu den mickrigen Ausgaben gegen den Klimawandel.“

Andere erwähnten den letzten Bericht des UN-Klimarats IPCC, laut dem die bisherigen Maßnahmen weltweit nicht ausreichen, um den Klimawandel zu stoppen. Manche zitierten auch Greta Thunberg, die die britische Regierung kritisiert hatte, weil sie zu wenig gegen die Klimakrise unternimmt. Die Aktionen gelten als Kampagnenauftakt zur bevorstehenden Klimakonferenz im Herbst in Glasgow.

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