: Ernest Bornemann
Ernest Borneman hat sich zeitlebens für das eingesetzt, was einmal mit einiger Euphorie „sexuelle Befreiung“ genannt wurde. Am Ende mochte auch er nicht mehr daran glauben, was sich in immer dunkleren, teilweise grotesk anmutenden Prophezeiungen über das künftige Schicksal des Eros niederschlug. Nach seinem Freitod, der von ihm selber mit einem jüngst erlebten Liebesunglück in Verbindung gebracht wurde, ist es fast unmöglich, in seinen Niedergangspanoramen nicht auch einen Reflex seines eigenen Triebschicksals zu lesen. Um so rührender mutet vor diesem tragischen Hintergrund die hartnäckige Verteidigung der Lust gegen alte und neue Feinde an, der auch dieser erstmals veröffentlichte Text verpflichtet ist.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen