: Erinnerung
■ "Die wiedergefundene Erinnerung - Verdrängte Geschichte in Osteuropa"
In seinem Buch „Der Tag zieht den Jahrhundertweg“ erzählt der kirgisische Autor Tschingis Aitmatow die Legende von Mankurt, dem man eine Kamelhaut über den Schädel zog. Überlebte man in der sengenden Sonne diese Prozedur, so verlor man für immer sein Gedächtnis und zerbrach, wurde zum willfährigen Objekt der Despoten. Doch nirgendwo in Osteuropa herrscht vollendete Amnesie, trotz Gefängnissen, Akten, Verfolgung, Vertreibung. Langsam fand die Erinnerung wieder ihren Ort, kehrte die Geschichte zurück zu den (Über)Lebenden: sei es in Katyn, sei es das Begräbnis für Imre Nagy. Der ursprünglich in Frankreich von Alain Brossat herausgegebene Sammelband essayistischer Reportagen kritisiert auch die neuen Legendenbastler, die andauernde Instrumentalisierung von Vergangenheit und Gegenwart.
Die wiedergefundene Erinnerung — Verdrängte Geschichte in Osteuropa. Hrsg. v. A.Leo, Basisdruck, 28DM
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen