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Erfolge und Niederlagen eines Bezirks

■ Erbsenzählen gegen Kreuzberger Verfallsdaten: Von der Kahlschlagsanierung zum Verschwinden von der Landkarte

1977. März: Mit dem Wettbewerb „Strategien für Kreuzberg“ beginnt die Umkehr von der Kahlschlagsanierung des Berliner Senats. August: Gründung der BI SO 36. Dezember: Erste Nullnummer der Stadtteilzeitung „Südost- Express“ (1990 eingestellt).

1978: „Verein SO 36“.

1979. Februar: Erste Wohnungsbesetzungen der BI SO 36 in der Lübbener und Görlitzer Straße. März: Die Alternative Liste zieht in die BVV Kreuzberg.

1980. Dezember: Straßenschlachten nach der Räumung mehrerer Häuser am Fraenkelufer. Binnen Jahresfrist sind 170 Häuser besetzt.

1981: Werner Orlowsky wird für die AL Baustadtrat in Kreuzberg. Die Bundesregierung verschiebt die Abschaffung der Mietpreisbindung angesichts der unklaren Situation in Berlin auf 1987. Mai: Der CDU/FDP-Senat löst die sozialliberale Koalition ab, die AL betritt mit ihrem „Spielbein“ das Berliner Abgeordnetenhaus.

1983: Zwölf Grundsätze der behutsamen Stadterneuerung vom Senat beschlossen.

1984: Als letztes besetztes Haus in Kreuzberg wird die Reichenberger Straße 63a geräumt.

1987. April: Konflikt um den Kinderbauernhof Adalbertstraße. Mai: Kreuzberg brennt. RentnerInnen plündern. Derweil üben sich die Politiker in Ursachenforschung. Juni: Abriegelung Kreuzbergs während des Besuchs von US-Präsident Reagan.

1988. Mai: 10.000 Teilnehmer auf der „revolutionären 1.-Mai- Demo“. Am Abend rächt sich die Polizei für die Vorjahresschlappe.

1989. März: Nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus werden zum Amtsantritt der rot-grünen Koalition sechs Häuser ebenso pünktlich besetzt wie geräumt. Beim Verein SO 36 klirren die Scheiben. Mai: Nach erneuten Straßenschlachten distanzieren sich Kreuzberger Projekte von der autonomen Szene. November: Nach dem Fall der Mauer explodieren die Grundstückspreise.

1990: „BI Blechlawine“.

1991: Beginn der Auseinandersetzungen um Oberbaumbrücke.

1992: Umwandlungswelle in Eigentumswohnungen nach Karlsruher Urteil.

1995: Nach der Verwaltungsreform verschwindet Kreuzberg, wie zuvor der Postbezirk SO 36, von der Landkarte. wera

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